Verfahren

Wicoatec ist ein modifiziertes CVD-Verfahren

Bei einer CVD-Beschichtung werden Feststoffe aus der Gasphase abgeschieden. Erste Abscheidungen dieser Art sind bereits seit 1852 bekannt.

Die chemischen Ausgangsstoffe werden verdampft und gasförmig zu den Bauteilen in der Beschichtungskammer geleitet. Hier findet die chemische Reaktion statt, bei der sich das Reaktionsprodukt auf die Bauteiloberfläche legt und so die Wicoat-Schicht bildet.

  • Es entsteht eine chemische Bindung zwischen der Wicoat-Schicht und dem Metallsubstrat, d.h. die beiden Werkstoffe gehen einen festen Materialverbund ein.
  • Bei vielen anderen Beschichtungsprozessen wie beispielsweise einem PVD-Verfahren (Physical Vapour Deposition) kommt es nur zu einer physikalischen und damit deutlich geringeren Anhaftung.
  • Wicoatec läuft zudem, anders als übliche CVD-Verfahren, bei atmosphärischem Druck. Dadurch reduziert sich die Störanfälligkeit des Prozesses.

Wicoatec im Vergleich mit anderen Beschichtungsverfahren I

- Schichtdicke und Schichtwerkstoff -

Anders als bei vielen anderen Beschichtungsverfahren legt sich beim Wicoatec-Prozess nur eine hauchdünne, aber dennoch äußert wirksame Schicht auf die Bauteiloberfläche. Bei der Konstruktion von Bauteilen müssen die Planer daher keine maßliche Veränderung durch die Beschichtung berücksichtigen.

Rein organische Beschichtungen versagen bei hohen Temperaturen, metallische Schichten sind wiederum kein wirksamer Korrosionsschutz. Wegen ihrer Siliziumdioxid-Netzwerke zählen die Wicoat-Schichten zu den keramischen Beschichtungen. Dadurch können sie beiden Beanspruchungen zeitgleich standhalten.

Um den Anwendungsbereich unser Standardschicht zu erweitern, passen wir die Zusammensetzung den Beschichtungschemikalien an.

Mit einer leicht veränderten Matrix kann die Wicoat-Schicht dann auch in Bereichen eingesetzt werden, die klassischerweise eher von organischen Beschichtungen belegt sind. Beispielsweise ermöglicht eine modifizierte Wicoat-Schicht, Kunststoffe an Metall anzubinden oder eine hohe Anzahl an Temperaturwechsel auszuhalten.

Wicoat-Schichten sind stark bei hohen Temperaturen und gegen Korrosion - und gleichzeitig flexibel genug, um sich Ihren Anforderungen anzupassen.


Wicoatec im Vergleich mit anderen Beschichtungsverfahren II

- Beschichtungstemperatur und Aspektverhältnis -

Im Gegensatz zu einem Standard-CVD-Verfahren läuft der Wicoatec-Prozess bei vergleichsweise sehr niedrigen Temperaturen ab.

Durch die moderate Hitzeentwicklung können auch Metalle mit niedrigem Schmelzpunkt beschichtet werden. Aluminium lässt sich beispielsweise mit dem Wicoatec-Prozess veredeln, ohne dass es seine Form verliert.

Dabei dringt das Beschichtungsgas selbst zu kleinsten Unebenheiten oder Hinterschneidungen im Bauteil vor. Hohe Aspektverhältnisse (Länge zu Durchmesser einer Öffnung) stellen kein Problem dar. Bei anderen Beschichtungsverfahren bilden sich unter solchen Umständen Tropfnasen o. Ä.

Wicoat-Schichten schützen und veredeln das gesamte Bauteil, ohne dessen Maße oder Form zu verändern.